Kundgebung gegen die Zustände am Institut für (Un)Politische Wissenschaft

Auftakt-Veranstaltung ist eine Kundgebung am Schneiderberg, die sich ganz allgemein gegen die Zustände am Institut für (Un)Politische Wissenschaft richtet, welche, nach Meinung von LUH_Contra, die Anwesenheit von Nazis erst ermöglichen. Thematisiert wird hier das Selbstverständnis moderner Universitäten, welches vor allem auf Effizienz ausgelegt ist. So verkommen Universitäten zu industrialisierten Legebatterien, die es primär zum Ziel haben qualifiziertes, junges Personal für den Arbeitsmarkt zu produzieren. Die Wissenschaft tritt dabei in den Hintergrund. In Folge dessen werden Lehrstühle, Vorlesungen und Seminare vom Lehrplan gestrichen, die als ineffizient angesehen werden. Auseinandersetzungen mit alternativen, kritischen Theorien werden dadurch unmöglich gemacht – gelehrt wird, was im Sinne der späteren Berufstätigkeit unmittelbaren Nutzen generiert.

So zum Beispiel auch die kritische Sozialpsychologie, welche sich ganz konkret mit den Ursachen und Folgen menschenverachtender, rechter Gedankengänge und Bewegungen auseinandersetzt. Die Philosophische Fakultät, konkret das Institut für Soziologie, hat in diesem Zusammenhang vor kurzem beschlossen, die Stelle von Dr. Rolf Pohl zum kommenden Semester zu streichen. LUH_Contra fordert daher, die Stelle zu erhalten und dem Beschluss der Studentischen Vollversammlung nachzukommen „einen Lehrstuhl mit Schwerpunkt Nationalismus-, Rassismus- und Antisemitismusforschung zu schaffen und die abgeschafften Gender Studies, sowie die kritische Sozialpsychologie wieder an der Universität zu etablieren.“

Außerdem richtet sich die Kundgebung gegen den Umgang der Universität mit dem Vorfall der „Outing“-Aktion im vergangenen November. Statt einen Diskurs über rechtsradikales Gedankengut in Bewegung zu bringen, wurde das Verhalten der antifaschistischen Aktivist_innen kriminalisiert, es wurde versucht, kritische Haltungen seitens der Studierenden zu unterbinden und die Problematik totzuschweigen. „Eine Universität könne nicht Ort weltanschaulicher Debatten“ sein, hieß es von Seiten des Instituts. LUH_Contra ist jedoch der Meinung, das Universitäten gerade Ort weltanschaulicher Debatten sein können und müssen.

Die Kundgebung findet am 21. Januar 2014 um 13:00 Uhr vor dem Institut am Schneiderberg 50 statt. Es wird mehrere Redebeiträge geben, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Problematik befassen – dazu reichlich musikalische Untermalung.

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1 Antwort auf „Kundgebung gegen die Zustände am Institut für (Un)Politische Wissenschaft“


  1. 1 An der Leibniz Universität regt sich Widerstand « LUH_Contra Infoblog Pingback am 18. Januar 2014 um 13:40 Uhr
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