Aufruf zur Kundgebung gegen die Zustände am Institut für (Un)Politische Wissenschaften

GEGEN DIE ZUSTÄNDE AM INSTITUT FÜR (UN)POLITISCHE WISSENSCHAFT!

Wir kommen heute hierher, an den Schneiderberg 50, weil uns die Zustände an diesem Institut nicht passen. Sie sind falsch, weil sie vorgeben etwas zu sein, was sie nicht sind. Dies wurde selten so deutlich wie im letzten Semester, war aber schon seit längerer Zeit absehbar.

Die Wissenschaft am IPW ist nicht politisch – deshalb, weil ihr jeder Begriff von Politik abgeht. Das IPW ist ein unpolitisches Institut, nicht nur wie beispielsweise das Institut für Mess- und Regelungstechnik an der Fakultät für Maschinenbau vielleicht ein unpolitisches Institut sein kann, sondern schlimmer:

Das Institut für Politische Wissenschaft bekämpft unter der Prämisse seines Namens das Politische selbst. Es ist von Seite des Instituts her unzulässig, politisch zu handeln und zu denken. Es ist dort politisch nicht korrekt, sich selbst ins Verhältnis zu setzen. Die Studierenden werden dazu aufgefordert, eben dieses nicht nur sein zu lassen, sondern es auch anderweitig zu unterbinden.

Diese vermeintliche Neutralität rührt aus einem infantilen wie frühvergreisten Wissenschaftsbegriff, der sich selbst rausnehmen will, aber nicht kann.[1] Mit der falschen Aufhebung seiner Erkenntnis durch die Unterdrückung von Widersprüchen, entledigt sich die Wissenschaft am IPW nur ihres Gegenstandes, bleibt aber selber formal bestehen als nunmehr tote Hülle, bewohnt von Expert_innen ohne Expertise. [2] Damit bewegt sich das Institut gemäß seinem Erkenntnisinteresse nur noch als verkrustete Form von Gesellschaft, wie auch Demokratie heute postdemokratisch, grau und langweilig ist. Das hat Gründe, und das birgt Risiken, und diese werden systematisch verkannt. Veränderungen haben mit Unbestimmtheit und Zukunft zu tun, und Spekulation lässt sich nicht in Gesetzmäßigkeiten pressen. Da packt Unbehagen den Kleingeist.[3]

Das Problem heisst Positivismus!
Was an der Universität damit systematisch geschieht, ist die Auslöschung des Geistes in der Geisteswissenschaft. Wissenschaftliche Erkenntnis wird zurecht gestaucht auf Objektivierungen, die konkrete Qualität mit empirischen Methoden abstrakt quantifiziert, die gemachte Norm zum bestehenden Faktum verklärt und das Subjekt nicht bloß darin aufgehoben, sondern aus der Welt verdrängt. Die Zustände, gegen die wir uns wenden, sind geistlose Zustände![4]

Wir wissen, dass die Dozierenden dieses Instituts schon 2009 vorwegnahmen, [5] was in Bochum erst im letzten Jahr geschehen ist: Wer sich nicht fügt, wird verbal und körperlich angegangen. [6] Weil die Dozierenden hier offenbar das geltende und abstrakte Recht als die einzige Instanz von Autorität verkennen, fehlt ihnen offenbar konkret genau diese.[7]
Souveränität ist etwas ganz anderes, als das hier.

Widersprüche mit Gewalt kitten zu wollen ist genau das Gegenteil davon, was das Institut will: Eine politische Stellungnahme. Genau darum sind hier heute Nazis eingeschrieben.

Gerade deswegen fordern wir am IPW das Verbotene: Den Mund aufzumachen und die Stille zustören! [8]

Beim Bestehenden nicht stehenbleiben, wenn etwas Besseres möglich scheint und ist!

Für das Schöne Leben, gerade hier! Gegen diese Zustände!

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Verweise:

[1] http://sowihannover.de/2013/11/stellungnahme-zur-aeusserung-von-herrn-prof-dr-geiling-am-13-november-2013/

[2] http://sopos.org/aufsaetze/5294bcf55154f/1.phtml

[3] http://bit.ly/1ezYJXT

[4]http://www.frblog.de/geisteswissenschaften/

[5] http://de.indymedia.org/2009/06/253543.shtml

[6] http://www.fr-online.de/campus/-outing--aktion-ruhr-universitaet-bochum--rub--mein-kommilitone--der-neonazi,4491992,25619366.html

[7] http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Aktion-gegen-NPD-Chefin-an-der-Uni-Hannover

[8] http://sowihannover.de/2013/11/stellungnahme-zur-aeusserung-von-herrn-prof-dr-geiling-am-13-november-2013/